Was fressen Papageien eigentlich?

Was fressen Papageien eigentlich?

Diese Frage scheint einfach zu sein, doch die Antwort überrascht die meisten Menschen. Denn was dem durchschnittlichen Papagei in einem belgischen oder niederländischen Wohnzimmer serviert wird, hat wenig mit dem zu tun, was er in der Natur fressen würde. Und diesen Unterschied merkt man früher oder später an seinem Verhalten, seinem Gefieder und seiner Gesundheit.

In der Natur essen sie alles, nur langweilig ist es dort nicht

Papageien sind von Natur aus Allesfresser. Je nach Art und Jahreszeit ernähren sie sich von Samen, Nüssen, Früchten, Blüten, Blättern, Rinde, Wurzeln und manchmal sogar von Insekten. Sie legen kilometerlange Strecken zurück, um nach Nahrung zu suchen, und fressen nie jeden Tag dasselbe. Das ist kein Zufall: Durch diese Abwechslung stellen sie sicher, dass sie alle Nährstoffe erhalten, die sie benötigen.

Ein Ara im Amazonasgebiet frisst an einem Tag vielleicht sogar 20 bis 30 verschiedene Dinge. Ein Sittich in Australien weidet auf halbreifen Gräsern, frisst einige Samen und pickt hier und da eine Blume mit. Jede Art hat ihr eigenes Ernährungsprofil, das an ihren Lebensraum angepasst ist.

Und zu Hause? Meistens eine Schale mit Vogelfutter

Das Problem ist, dass die meisten Papageien zu Hause von einer einseitigen Ernährung aus Samen leben. Das klingt zwar nicht schlecht, aber Samen sind fettreich und arm an Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen. Ein Papagei, der sich ausschließlich von Samen ernährt, ist ein bisschen wie ein Mensch, der jeden Tag nur Chips isst. Er wird zwar nicht sofort krank, aber auf Dauer geht das schief.

Federpicken, Aggressivität, Übergewicht, Leberprobleme und ein schlechter Federzustand sind oft die Folge einer zu einseitigen Ernährung. Das liegt nicht an einem schlechten Besitzer, sondern an einem Mangel an Informationen.

Was schenkst du dann?

Eine gute Grundlage besteht aus einer Mischung aus frischem Obst und Gemüse, gekeimten Samen, Nüssen als Leckerbissen und einer hochwertigen, auf die jeweilige Art abgestimmten Futtermischung. Kleine Papageien wie Sittiche und Unzertrennliche haben andere Bedürfnisse als große Arten wie Aras oder Graupapageien.

Zu den frischen Gemüsesorten, die Papageien gerne fressen, gehören Paprika, Möhren, Brokkoli, Zucchini und Blattgemüse; konzentrieren Sie sich dabei vor allem auf grünes Blattgemüse.

Oxalsäure in Spinat Oxalsäure bindet sich im Darm an Kalzium und bildet Kalziumoxalat, eine unlösliche Verbindung, die nicht resorbiert wird. Bei übermäßigem Verzehr kann dies zu Hypokalzämie und Nierensteinen führen. Bei Vögeln ist dies besonders relevant, da Kalzium für die Knochendichte, das Federwachstum und die Bildung der Eierschale unerlässlich ist.

Goitrogene in Kohlsorten Grünkohl, Brokkoli und andere Kreuzblütler enthalten Goitrogene, die die Jodaufnahme in der Schilddrüse hemmen. In kleinen Mengen ist dies kein Problem, aber bei täglich großen Portionen kann es bei Vögeln zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Abwechslung ist daher wichtig.

Vitamin-A-Mangel Dies ist der häufigste Nährstoffmangel bei Papageien in Gefangenschaft. Blattgemüse wie Petersilie, Brunnenkresse und Löwenzahn sind reich an Beta-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A. Ein Mangel äußert sich in einem schlechten Federzustand, Schleimhauterkrankungen und einem geschwächten Immunsystem.

Phytochemikalien Wildpflanzen wie der Löwenzahn enthalten Flavonoide und Polyphenole mit entzündungshemmender und antioxidativer Wirkung. In der Natur nehmen Papageien täglich Hunderte dieser Verbindungen über verschiedene Pflanzenarten auf.

 
Obst sollte nur in Maßen gegessen werden, da es viel Zucker enthält. Wählen Sie exotische Obstsorten, diese enthalten etwas weniger Zucker. Nüsse eignen sich ideal als Belohnung oder zum Stöbern, aber nicht als Hauptmahlzeit.

Was Sie unbedingt vermeiden sollten: Avocado, Zwiebeln, Knoblauch, Schokolade, Salz und alle verarbeiteten Lebensmittel. Diese sind für Vögel giftig oder schädlich.

Die Nahrungssuche gehört dazu

Bei der Ernährung geht es nicht nur darum, was man füttert, sondern auch darum, wie man es füttert. In der Natur muss ein Papagei für sein Futter arbeiten. Zu Hause bekommt er es in einem Napf. Das klingt zwar freundlich, ist aber eigentlich langweilig und geistig wenig anregend.

Verstecken Sie Futter in einer Futterschale, wickeln Sie Nüsse in Papier ein, hängen Sie Gemüse an einen Spielständer oder verteilen Sie eine Futtermischung im Käfig. Ihr Vogel wird dadurch ruhiger, glücklicher und psychisch stabiler. Außerdem sinkt die Wahrscheinlichkeit des Federpickens erheblich.

Jede Art ist anders

Es gibt keine allgemeingültige Ernährung für Papageien. Ein Sittich hat andere Bedürfnisse als ein Kakadu, und ein Graupapagei mit rotem Schwanz ernährt sich anders als ein Lori. Wenn du wissen möchtest, was deine jeweilige Art braucht, liegt der Schwerpunkt vor allem auf Abwechslung!

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